Rauhnächte-Mandala Ritual

Wenn die Pflanzen die Nächte weben

Der erste Ruf

Alles begann an einem klaren Herbsttag, als ich plötzlich wusste: Da will etwas durch mich in die Welt. Ein Rauhnächte-Angebot – und das, obwohl ich all die Jahre vorher nie eines gemacht hatte. Zu viel Kommerz. Zu viel Lärm.

Und dennoch rief es. Leise zuerst, dann dringlich. Ich lauschte in den Wind, in meine Kräuterwesen, in die atmende Erde meines Seelengartens. Dann wurde es klar:

Rauhnächte-Mandalas!

Lebendige Pflanzenkreise, gelegt für jede einzelne Frau – als Begleitung durch die 12 Heiligen Nächte und die 12 kommenden Monate.

Die Pflanzen wollten kommen. Sie wussten, wen sie rufen. Ich war „nur“ die Hände, durch die sie sprachen. Und alle Frauen, die diesem Zauber folgten, würden sich im Vollmondlicht des 5. Dezember energetisch vereinen – im letzten Supermond des Jahres.

Die Absicht

Jedes Ritual braucht ein klares Herz. Ohne Absicht verflattert die Kraft in alle Richtungen. Meine Absicht war klar wie Kristall:

Die Pflanzenbotschaften empfangen – und für jede Frau ein Mandala legen, das ihre Seele ruft.

Der Rhythmus der Pflanzen

Geplant war das Ritual zur Vollmondmitternacht. Doch Rituale gehen niemals nach Kalender. Sie folgen dem Leben.

Am Nachmittag des 4.12. riefen die Löwenzahnwurzeln bereits laut aus der Erde. Also kniete ich in der Kälte, holte Wurzel um Wurzel ans Licht, bis meine Hände taub wurden. Andere Kräuter drängten nach, und so begann das Ritual bereits am Abend.

Mitternacht war eisig. Zu kalt, um weiterzulegen. Also ruhte ich ein bisschen – und am Morgen begann der Tanz erneut.

Zwei Tage und zwei Nächte lang webte ich. Die Nachtwesen arbeiteten mit. Die Käuzchen riefen, die Mäuse fiepten unter dem vollen Mond. Die Pflanzen führten. Ich folgte.

Der heilige Platz

Mein Wintergarten wurde zum Tempel. Überdacht. Geschützt. Mit Kerzen, die Wärme und Licht gaben und einer Lichterkette, welche für Festlichkeit sorgte.

Rund 50 Kräuter trug ich herbei, frisch gepflückt aus dem Seelengarten oder aus meinem Hexenzimmer. Körbchen, Gläser, Ritualtücher, Baumscheiben – alles nahm seinen Platz ein. Auch die Erdgöttin aus Ton und diverse Krafttiere fanden sich ein.

In der Mitte ruhte mein Ahninnentopf, in dem die Räucherung flackerte, während ich mich in die Legungen versenkte. Dreimal erklang die goldene indische Glocke: Das Tor war geöffnet.

3 Karten legten sich als Begleit-Energien hinzu: Calafia, die Vorangeherin … die Anführerin. Die weise Alte auf ihrem schnellen Pferd der Visionen. Und die Bärin – meine gute Freundin in diesen dunklen Tagen. Dankbar fühlte ich mich umarmt und unterstützt.

Ich rief die Elemente herbei, Mutter Erde, die Pflanzengeister. Alle versammelten sich und vereinten sich mit mir in einem tiefen Ritual – göttinnenlich geführt.

Die Webung

Ich war reine Wahrnehmung. Jeder Ton, jede Vibration, jede Regung eines Blattes sprach zu mir.

Einige Mandalas wollten wild sein, andere chaotisch. Manche rund wie Monde. Manche streng und klar wie Linien im Frost.

Jedes einzigartig. Jedes geführt durch die Seele einer bestimmten Frau. Ich trat in Verbindung. Ich sah Energien. Ich sah Höhen und Tiefen, Höhlen und Entfaltungen, Lachen und Stille. Das ganze Jahr jeder Frau offenbarte sich mir energetisch. Hui …. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich sah und fühlte die Jahre der Frauen wie in Lichtgeschwindigkeit durch mich durchrasen!

Mir wurde die Bedeutsamkeit dieses Rituals immer bewusster und ich war hellwach. Viele Stunden. Konzentriert, meine Hände flink, mein Geist scharf, mein Herz weit offen.

Manchmal verlangten bis zu vier Mandalas gleichzeitig nach demselben Kraut. Es war wie ein multidimensionaler Tanz, ein Strömen. Ich war im Rausch wacher Präsenz.

Am Ende lagen 24 Mandalas vor mir – jedes vibrierend, jedes vielstimmig, jedes ein eigenes Jahr in Pflanzenform. Ich gab alles hinein: meine Liebe, meine Kraft, meine Hingabe.

Segnung & Auflösung

Zum Abschluss segnete ich jedes Rauhnächte-Mandala. Weißer Copal ließ sie durch den Rauch hindurch in ihrer Essenz glühen. Dann übergab ich sie der Nacht. Mochten die Nachtwesen das Ihre hinzugeben.

Am Morgen hatte der Wind ein wenig gespielt, doch die meisten Pflanzen lagen genau so, wie sie sich in der Nacht zuvor gelegt hatten.

Es war Zeit.

Zeit, sie wieder in die Vergänglichkeit zu überführen. Sie aufzulösen. Alles wurde eingesammelt, zerkleinert, vorbereitet für die Trocknung. Jedes Rauhnächte-Mandala wanderte in ein Körbchen oder in eine Schüssel.

Ein Mandala kommt, besteht und vergeht. Wie das Leben. Wie wir. Das ist sein besonderer Zauber und deshalb liebe ich Mandalas so sehr: Weil es immer die Erinnerung daran ist, dass sich alles andauernd verändert und Bestehen nur von kurzer Dauer ist. Genieße den Moment! Gleich ist er wieder weg.

Die Nach-Schwingung

Im warmen Seelenhaus trockneten sie – Körbchen um Körbchen. Ich wendete sie täglich, gab den Wurzeln besondere Aufmerksamkeit.

Das ganze Haus roch nach Kräuter-Atem. Die Pflanzenlieder erfüllten mein Hexenzimmer und das ganze Seelenhaus war nach tiefer, heiliger Arbeit von Pflanzenkraft erfüllt. Müde sank ich für ein paar Momente in den Schlaf.

Die Vollendung

Der Wintergarten glänzte am nächsten Morgen wie von Elfen gewischt. Geklärt. Gesegnet. Ganz von allein hatte sich ein feuchter Film auf dem Boden verteilt.

Zur Vollendung räucherte ich Rose, Kamille, Ringelblume und Johanniskraut. Nun waren die Mischungen aller Mandalas in ihrer Essenz verdichtet – bereit, zu den Frauen zu reisen.

Sie werden sie während der Rauhnächte begleiten, leuchten, erinnern, führen. Ich höre ihr Wispern bereits – zart und klar – während sie auf ihre Reise gehen.

Ich bin erfüllt. Tief bewegt. Dankbar.

Dieses Ritual hat mich wachgehalten über Tage und Nächte, getragen von Kräutermagie, Pflanzengeist und Vollmondkraft. Jetzt liege ich im Schaffell, trinke Kräutertee und lausche dem Nordseewind. Vielleicht erzählt er mir, wie die Mandala-Mischungen ihre Frauen zum ersten Mal berühren.

Möge jede Frau eine heilige Rauhnachtszeit erleben – geführt von den Pflanzen, die sie gewählt haben.

Autorin: Sabine Krink

Super Sabine - spirituelle Beratung

Ich bin Sabine Krink, spirituelle Beraterin und hexisch Wissende.

Als Schamanenhexe lebe ich Magie im Alltag und nutze meine magischen Gegenstände täglich, webe mit Pflanzen und mit schamanischen Praktiken. Zudem lebe ich in Friesland mit meinen Kräuter in meinem Seelengarten. Ich webe und spinne jeden Tag mit meiner Pflanzenspiritualität und zaubere auf meinen schamanischen Trommelreisen.

Als Visionärin empfange ich Seelenbotschaften und unterstütze dich damit auf deinem ureigenen, magischen Lebensweg. In der STUNDE DER KLARHEIT bringe ich diese Botschaften zu dir.

Lass dich gerne von meinen Beiträgen inspirieren und teile meinen Beitrag zum Rauhnächte-Mandala Ritual, wenn du ihn gut findest und  weiterreichen möchtest.

Wie wirken die Rauhnächte-Mandalas auf dich – hörst du sie auch wispern? Schreib mir deine Gedanken und Gefühle gerne in den Kommentar! Ich freue mich, mehr von dir zu erfahren.

4 Kommentare
  1. Petra Irana Persy
    Petra Irana Persy sagte:

    Liebe Sabine.

    Ich freue mich schon ganz doll auf die Kräuter und bin schon sehr gespannt wie sie sich hier bei mir ins Erdenreich hineinweben werden. Eine feine und stille Zeit wünsche ich dir und deinen Liebsten. Alles Liebe sendet dir Petra Irana

    Antworten
  2. Heidi
    Heidi sagte:

    Liebe Sabine
    Die Kräuter sind heute bei mir angekommen. Sie brauchten etwas länger bis sie den Weg in die Schweiz gefunden haben. Danke für deine liebevolle Arbeit. Ich freue mich auf das Lauschen, welche Botschaften die Pflanzen für mich bereit haben. Wünsche dir eine herzverbundene, stille und gesegnete Zeit, Heidi

    Antworten

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